Mindset

Ab wann ist Glück, Wissen?

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als ich im April 2017 mit diesem Blog begonnen habe und sagte,

Trading ist ein Handwerk und keine Wissenschaft

da wurde ich oft belächelt und zum Teil sogar mit dem typischen Floskeln wie

  • „viel Spaß in 3 Monaten bist Du pleite!“
  • „warum solltest Du es besser machen als 80% der Depot Vernichter“
  • „der nächste Spinner der sein Geld verbrennt“
  • etc.

konfrontiert und Heute sieht es ehrlich gesagt, noch nicht anders aus! Immer wieder kommt, gerade von der sogenannten Experten Seite, der mahnende Zeigefinger „Hin und her macht Taschen leer! Alles nur kurzfristiges Glück!“

aber – ab wann wird aus Glück, Wissen?!

kommt mir jetzt nicht mit Aussagen wie „nach 50 Jahren lückenloser Dokumentation aller Trades!“ Da bin ich bereits tot ;-)! Wer diesen Ansatz verfolgt um zu starten, kann gern mein Ableben abwarten und dann entscheiden, allerdings stehe ich dann nicht mehr für Fragen zur Verfügung 🙂

Natürlich sind im Gegensatz 5 Monate Gewinne in Folge, noch lange keine Garantie für zukünftige Erfolge! Alles schon klar, aber ich versuche hier meinen Weg seit April 2017 einmal zu Dokumentieren und euch an meinen Learnings teilhaben zu lassen!

Als ich also im April 2017 anfing mein Geld auf das Tradingkonto einzuzahlen, habe ich eine 3 monatige Schulungsphase hinter mir! Ich wusste ich wollte mit Dividenden und Optionen meine Cashflowquelle schaffen.

Die Signaldienste, das Trading von Postionen und der Dax Handel spielten in der damaligen Überlegung noch keine Rolle.

Was war vor 2017?

Seit Ende der 90’Jahre habe ich alles gekauft und verkauft was man an den Kapital und Immobilien Märkten handeln kann. Ohne Plan und ohne Fokus auf Rendite und Cashflow! Ich habe Geld auf einem Depot gespart und gehandelt. Ob ich gewonnen und Rendite erzielt habe, oder ob die Zuwächse aus einer Sparquote kamen, kann ich heute nicht mehr nachweisen. Fakt ist, sobald ein bisschen Cash da war haben wir uns ein Haus gekauft oder später Mietobjekte oder es gab einen Crash und das ganze Depot war wieder auf 0. Ganz so verkehrt kann es nicht gewesen sein, denn immerhin können wir 3 Mietobjekte im hochpreisigen Segment und 1000 qm Grundstück mit einer netten Stadtvilla in Hamburg unser eigen nennen. Letztendlich ist es zwar Teil meiner gesammelten Erfahrung aber nicht nachhaltig Dokumentiert und somit nicht dublizierbar! Kurzum, mein Stolz ist für euch nahe zu unbrauchbar!

Mein größter Fehler, ich habe Anfang der 2000er mit Optionsscheinen viel Geld verbrannt und fortan alles was irgendwie Option hieß verbannt. Bis eben Ende 2016, als ein Freund mir klar machte Optionen und Optionsscheine haben gar nichts miteinander zu tun! Mit dem Hinweis, war mir klar NACHHALTIGER Börsenerfolg in Form von Cashflow und Rendite ist lernbar wie ein Handwerk! Man muss es nur bereit sein, die ganzen Klugscheißer zu ignorienen und sich auf den Weg der Lehre begeben!

na dann los….

2017 habe ich dann versucht alles über die Funktionsweise von Optionen zu erfahren und in mich aufzusaugen! Dabei ist es wie bei fast allen Dingen im Leben, zum Anfang erschlägt es einem! Nur Profis um einen herum und die Fachbegriffe sind nahezu eine eigene Sprache, die es zu erlernen gilt. Aber nach 3 Monaten hat sich das ganze kaudawelsch in eine klare Strategie und Fokussierung gewandelt. Ich war mir sogar so sicher, dass ich das Handwerk erlernen würde, dass ich diesen Blog ins Leben rief und euch mit auf dem Weg nehme würde.

Seither berichte ich von meiner Entwicklung auf meinem Depot. Während ihr hier jeden Monat meine Übersicht bekommt, was insgesamt (also mit allen Experimenten, Signaldiensten, etc.) passiert ist (zum Beispiel letzten Monat: geldchallenge.de/cashflow-im-april-wieder-richtig-fett/) konzentriert sich die Auswertung bei Aktienfinder unter https://aktienfinder.net/blog/helden-der-finanziellen-freiheit ausschließlich auf meine Ergebnisse im Optionshandel und den Dividendeneinnahmen! Mein tatsächlicher eigener Handel! Die Basics auf die ich mein Cashflow Ziel aufbaue!

Werfen wir nun ein Blick auf meine Entwicklung. Im unteren Teil des Bildes zu sehen ist das Optionsjahr 2017. Ein fantastischer Start in das neue Vorhaben! Aber auch keine große Kunst, die Märkte verliefen extrem ruhig und Vola war so gut wie nicht vorhanden. Wir sind von einem Tief zum nächsten extremen Tief beim VIX gewandert und entsprechend war der Optionshandel nicht mal mehr ein Handwerk, als viel mehr ein Freilos für alles Stillhalter. Nach ca. 6 Monaten kam was kommen musste, mein 1. echter Dämpfer und die Erkenntnis Theorie und Praxis sind hin und wieder 2 Paar Schuhe. Leider muss ich manche schmerzhaften Learnings öfter machen um sie letztendlich nicht nur zu verinnerlichen, sondern auch in der Praxis ohne Kompromisse auch anzuwenden.

Habe ich 2017 in meinem 3/4 Jahr noch mit Glück 16.656 EUR Gewinne im Optionshandel erzielen können, musste ich 2018 die harte Schule des „learning by doing “ gehen

90.546,50 EUR VERLUST mussten realisiert werden!

ja das war wirklich bitter und hat mich das ganze Jahr wirklich gefordert. Monat für Monat musste und habe ich analysiert warum ich die Verluste gemacht habe. Welche Fehler habe ich gemacht und wie kann ich diese abstellen. Ab August, dachte ich ich habe meine Lektionen nun gelernt und ich habe die Kurve endlich genommen, aber Pustekuche, ab Nov. wurde es wieder rauer an den Finanzmärkten und mit der aufkommenden Hektik war es mir vergönnt, DIE GLEICHEN FEHLER EIN WEITERESMAL BEGEHEN ZU DÜRFEN!

Im Dezember war nun klar ein „Weiter so!“ kann und darf es nicht geben. Die Fehler waren eigentlich einfach und schnell definiert. Missachtung von Stop Loss und zu große Positionen!! Immer und immer wieder das Gleiche, wenn ich die Verluste analysiere! Die Positionen haben sich dem Marktentsprechend verhalten! Es gab kein Black Swan, es gab kein Trade der mich über Nacht oder in einem Bruchteil eines Tages in Bedrängnis gebracht hat,

es war mein Kopf, immer wieder mein Kopf der versagte!

So einfach und doch so kompliziert! Ich habe alle Optionen im Dezember geschlossen und nach der Auswertung 2018 mich dazu entschlossen, mir nochmal eine Chance zu geben, denn ich war das Problem, nicht die Strategien und das Regelwerk!

Der Start 2019 stand unter einem großem Fragezeichen! Habe ich den Mund zu voll genommen, ist Trading für mich doch nicht erlernbar, was ist wenn ich mit meiner Analyse nicht recht habe, es doch irgendwo am Markt liegt und nicht an mir? Berechtigte Zweifel, aber genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister! Wer jetzt die Learnings umsetzt, mit Wissen und selbst gemachter Erfahrung weitermacht der wird auch belohnt! 2019 kann ich bis zum heutigen Tag (16.05.2019) behaupten Fehlerfrei meine Trades durchgezogen zu haben! Ich handel viel kleinere Positionen, Jeder Stop Loss wird unmittelbar und sofort gehandelt, weit vorher werden Future Optionen bereits Adjustiert, so dass der maximale Verlust sich am Depot orientiert und nicht theoretisch unendlich und somit mein Depot komplett vernichten kann.

4 Gewinner Monate in Folge – 10.361 EUR gesamt Gewinn und auch der Mai wird positiv enden

zeigen, das die kleinen Änderungen ein riesen Wirkung haben! Natürlich bin ich insgesamt noch deutlich im negativen Bereich, aber die Tendenz ist eindeutig positiv! Das Gefühl die Anfängerphase verlassen zu haben und nun sicher an den Märkten zu agieren steigt von Trade zu Trade. Bleibt eigendlich nur eine unbeantwortete Frage

Ab wann ist Glück, Wissen?

Deutlich einfacher gestaltet sich natürlich der Cashflow durch Dividenden. Hier muss man kein großes Fachwissen aufbauen und auch die Learnings entpuppen sich als laues Lüftchen, denn als große Wissenschaft. Einfach die Großen Dividendenzahler mit ein paar REITs kombiniert und schon wird auch die Dividende von Jahr zu Jahr immer weiter gesteigert.

Einzig der April hat bisher alle 3 Jahr zum Vergleich, aber ich denke die Tendenz ist deutlich zu erkennen und dass obwohl ich nicht klassisch Buy&Hold betreibe sondern, das Depot durch Veroptionierung „Atmet“ und immer mal wieder die eine Position mit der Anderen getauscht wird. So steigern sich doch die Dividenden von Jahr zu Jahr deutlich!

Als Tipp kann ich euch nur mit auf dem Weg geben, wer Dividenden kassieren möchte, der muss Dividenden Aktien oder REITs KAUFEN und nicht Analysieren! Man bekommt keinen Cent Dividende für die perfekte Aktien Analyse, aber wenn man eine durchschnittliche Aktie mit Dividendenzahlungen KAUFT, dann bekommt man für diesen einen Klick auch seine Belohnung! Seid aktiv und handelt, dann kommt die Erfahrung und dann der kontinuirliche Ertrag.

Am Ende stellt ihr euch dann selbst die Frage,

ist es alle nur Glück oder ist es schon Wissen 😉

Ein Gedanke zu „Ab wann ist Glück, Wissen?

  1. Hallo Axe,
    sehr guter Artikel. Ich mag diesen Beitrag, da ich mich in einigen Aussagen selbst wiederfinde, teilweise gleiche Gedanken habe und auch ähnliche Schlüsse ziehe. Mein Mentor behauptet folgendes: Wenn man sich einmal eine Strategie mit einem Edge herausgearbeitet hat, ist Trading zu über 90% Kopfsache. Allein der Kopf entscheidet, und damit sind insbesondere die von Dir angesprochenen Möglichkeiten der SL-Setzung, des Take Profits, Disziplin und Selbstvertrauen (an letzterem mangelt es Dir offensichtlich nicht ;)) gemeint, ob man Geld aus dem Markt rausholt oder in den Markt einbezahlt. Eine ähnliche Meinung haben auch andere Profitrader wie Mark Minervini oder Dan Zanger, um nur zwei aktive hier zu nennen. Aus diesem Grund werde ich mich in den kommenden Wochen den Werken von Mark Douglas (Disciplined Trader, Trading in the Zone) widmen. Um abschließend (m)eine Antwort auf Deine Titelfrage zu geben, Trading ist genau dann kein Glück mehr, wenn ich das für mich so empfinde. Soll heißen, wenn ich mich sicher fühle, wenn sich Ergebnisse reproduzieren lassen, wenn meine Ergebnisse nur noch wenig mit dem Markt korrelieren, wenn ich die Gefühle Gier und Angst weitestgehend im Griff habe und nachts ruhig schlafe und ich nicht weiter das Bedürfnis verspüre, mich anderen für das Trading im Allgemeinen und mein Trading im Speziellen rechtfertigen zu müssen, und final wenn die Ergebnisse ausreichen um mich und meine Familie davon zu ernähren und wir ein selbstbestimmtes Leben führen können. Da liegt insgesamt also noch ein sehr weiter Weg vor mir… Dir alles Gute!

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